Forscher erzielen bisher längste Fusionsplasma-Stabilisierung
Ein Versuchsreaktor hielt ein Plasma über sechs Minuten aufrecht – ein Ergebnis, das Forscher als Schritt in Richtung Dauerbetrieb werten.

Das Wichtigste
- Plasma über sechs Minuten aufrechterhalten
- Temperatur durchgehend über 50 Millionen Grad Celsius
- Nettoenergiebilanz wurde nicht erreicht
- Vollständige Ergebnisse werden nächsten Monat publiziert
Warum es zähltPlasmen über lange Zeiträume stabil zu halten, gehört zu den schwierigsten verbleibenden Problemen auf dem Weg zur kommerziellen Kernfusion – jeder Schritt in Richtung Dauerbetrieb hat daher Gewicht.
Ein Forschungsteam hat am Donnerstag berichtet, dass sein Versuchsreaktor ein Fusionsplasma über mehr als sechs Minuten aufrechterhalten konnte – die bisher längste an dieser Anlage erzielte Dauer.
Wie Nature berichtete, hielt das Experiment, das an einem europäischen Tokamak durchgeführt wurde, während des gesamten Laufs eine Plasmatemperatur von über 50 Millionen Grad Celsius. Die Forscher erklärten, das Ergebnis zeige Fortschritte in Richtung Dauerbetrieb – eine Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Kraftwerk.
Das Team betonte jedoch, es handele sich um einen wissenschaftlichen Meilenstein, nicht um einen technischen. Die Nettoenergiebilanz – der Punkt, an dem ein Reaktor mehr Energie erzeugt als er verbraucht – wurde nicht erreicht.

Mehrere konkurrierende Ansätze, darunter private Unternehmen mit abweichenden Konstruktionen, streben ebenfalls nach längeren und heisseren Plasmen. Das Forschungsfeld zieht verstärkt öffentliche und private Investitionen an.
Einen vollständigen Bericht über das Experiment werde das Team nächsten Monat veröffentlichen, hiess es.
Quellen
- Nature — Tokamak sustains plasma for record six minutes · 2026-08-28T18:00:00Z
- Reuters — Researchers report fusion plasma duration record · 2026-08-28T18:30:00Z

