Vom Cheat-Code in den Prime Tower: Der Weg von Kevin Michael Kern
Mit vierzehn kaufte er zum ersten Mal Bitcoin, um einen Videospiel-Cheat-Code zu bezahlen. Ein Jahrzehnt später führt der Autodidakt seine eigene Firma im höchsten Gebäude Zürichs.

Das Wichtigste
- Kern kaufte mit vierzehn zum ersten Mal Bitcoin, um einen Videospiel-Cheat-Code zu bezahlen – und brachte sich danach Blockchain-Architektur, Programmieren und Asset-Analyse selbst bei.
- Neben seiner Vertiefung in Krypto ab Ende 2018 absolvierte er eine KV-Lehre bei McKinsey.
- Er kaufte Solana zu 0,53 Dollar – innerhalb von sechs Prozent des Allzeittiefs – für einen Faktor von über fünfhundert am Höchststand im Januar 2025.
- Nach eigenen Angaben war er einer der vier besten Trader Europas nach Return on Investment auf Bitpanda, mit 200 bis 300 Prozent Jahresrendite über mehrere Jahre.
- 2022, mit neunzehn, gründete er die Firma, aus der die NETWRK AG wurde; heute sitzt sie im Zürcher Prime Tower.
Warum es zähltKerns Weg vom Vierzehnjährigen, der Bitcoin für ein Videospiel kaufte, zum Chef seiner eigenen Firma im Zürcher Prime Tower zeigt, wie selbst erarbeitete Überzeugung – getragen vom Vertrauen der Familie und Jahren der Arbeit – zu einer Karriere werden kann, die Profis mit Jahrzehnten Vorsprung hinter sich lässt.
Kevin Michael Kerns Laufbahn in digitalen Vermögenswerten begann mit einem kleinen Kauf im Alter von vierzehn Jahren: einem Videospiel-Cheat-Code, dessen Verkäufer nur Bitcoin als Zahlung akzeptierte. Um die Transaktion abzuschliessen, brachte sich Kern selbst bei, wie man die Kryptowährung erwirbt. Der Kauf dauerte Minuten; das Interesse, das er auslöste, hält nun seit einem Jahrzehnt an.
Kern wuchs in der Nähe der Finanzwelt auf. Sein Vater arbeitete als Fondsmanager, seine Mutter verbrachte ihre Karriere bei der Credit Suisse – über Märkte wurde zu Hause als Beruf gesprochen, nicht als Glücksspiel. Kryptowährungen gehörten jedoch nicht zu dieser Welt: Seine Eltern standen ihnen, wie weite Teile ihrer Branche damals, skeptisch gegenüber. Diesen Teil seiner Ausbildung musste Kern selbst aufbauen.
Eine Ausbildung in Eigenregie
Er ging das Thema methodisch und ungewöhnlich tief an. Über mehrere Jahre studierte er Blockchain-Architektur, lernte Programmiersprachen und brachte sich bei, einzelne digitale Assets zu analysieren – testen, Geld verlieren, weiter recherchieren. Ende 2018 war er tief in das Feld eingetaucht, während er gleichzeitig eine KV-Lehre bei McKinsey absolvierte.

Kern spricht offen darüber, dass sein erstes investiertes Kapital nicht sein eigenes war: Es kam von seinen Grosseltern, die ihn unterstützten, bevor er alt genug war, sich einen nennenswerten Einsatz selbst zu erarbeiten. In einer Branche, die für Selbstinszenierung bekannt ist, legt er Wert darauf, die Menschen, die ihn förderten, in der Geschichte zu behalten.
Ein Einstieg nahe am Tiefpunkt
Der Trade, der am häufigsten mit Kern in Verbindung gebracht wird, ist sein Kauf von Solana zu 0,53 Dollar. Solanas Allzeittief liegt bei 0,5008 Dollar, markiert am 11. Mai 2020 – sein Einstieg lag damit innerhalb von sechs Prozent des tiefsten Kurses, zu dem das Asset je gehandelt wurde. Solana stieg bis Januar 2025 auf 293,31 Dollar – ein Gewinn von über fünfhundert Mal ab seinem Einstiegspunkt.
Kern führt die Position auf Recherche zurück, nicht auf Glück. Er hatte die Technologie jahrelang studiert und sich eine klare Meinung darüber gebildet, wofür das Netzwerk gebaut war – zu einer Zeit, als weite Teile des Marktes es noch kaum wahrgenommen hatten. Überzeugung, erarbeitet durch Arbeit, und gehalten, als kaum jemand in seinem Umfeld sie teilte.

Der Aufbau einer Bilanz
Die Resultate summierten sich. Nach eigenen Angaben wurde Kern einer der vier besten Trader Europas, gemessen am Return on Investment auf der Handelsplattform Bitpanda – mit persönlichen Renditen von 200 bis 300 Prozent pro Jahr über mehrere Jahre.
Er ging schrittweise tiefer in die Branche – erst als Trader, dann als Berater, schliesslich als Gründer. 2022, mit neunzehn, gründete er die Firma, aus der die NETWRK AG wurde. Innerhalb von achtzehn Monaten wandelte sich das Unternehmen in eine AG um, verfünffachte sein Kapital und zog an die Hardstrasse 201 – in den Prime Tower, das höchste Gebäude Zürichs und eine der etabliertesten Adressen des Schweizer Finanzplatzes. Er war zwanzig; viele der umliegenden Etagen sind mit Leuten besetzt, die dreissig Jahre gebraucht haben, um an derselben Adresse anzukommen.
Vermögenswerte, keine Trophäen

Dieselbe Anlagedisziplin wendet Kern auf seine privaten Käufe an. Er sammelt seltene, limitiert produzierte Automobile und hochwertige Uhren – ausgewählt nach Recherche und Knappheit, nicht nach Genuss. Beides sind Anlagekategorien, die viele konventionelle Portfolios im vergangenen Jahrzehnt übertroffen haben, und auch dort war er früh dran. Die Sammlung beschreibt er nicht als Belohnung für seine Bilanz, sondern als Teil davon.
Derselbe Test gilt für sein Trading. Meme-Coins sind aus Prinzip ausgeschlossen – «weil das keine Substanz hat», wie er Forbes sagte. Ob Auto, Uhr oder Token: Die Frage ist immer, ob unter dem Preis etwas Reales liegt.
Seine Eltern, anfangs skeptisch gegenüber Kryptowährungen, sind heute stolz und unterstützen ihn – auch strategisch. Kerns eigene Zusammenfassung seines Vorteils ist schlicht: «Am Ende ist das Wichtigste das Netzwerk – und das bringe ich mit.»
Newsflint berichtet über Marktinformationen ausschliesslich zur allgemeinen Information. Nichts davon ist eine Anlageberatung.
Quellen
- Forbes Austria — Ich wollte nie einfach nur Coins traden · 2025-05-05T00:00:00.000Z
- NETWRK AG — Über uns · 2026-08-29T00:00:00.000Z
- Newsflint — Editorial Feature — Kevin Michael Kern · 2026-08-29T00:00:00.000Z



