Wirtschaft

EZB lässt Zinsen unverändert und dämpft Erwartungen auf Senkung im September

Die Europäische Zentralbank beliess ihren Einlagensatz unverändert und erklärte, weitere Lockerungen hingen von künftigen Inflations- und Lohndaten ab.

Veröffentlicht 29. August 2026, 09:05· Aktualisiert vor 3 TagenVon Kwame Asante · 3 Min. Lesezeit
Abstrakte Illustration einer grossen klassischen Säule mit einem eingefrorenen Pendel und Euro-Münz-Motiven in gedämpften Erdtönen
The European Central Bank kept its deposit rate on hold, citing uncertainty over inflation and wage trends. · Newsflint

Das Wichtigste

  • EZB-Einlagensatz bei 2,5 Prozent belassen
  • Inflation im Euroraum lag im Juli bei 2,2 Prozent
  • Lagarde bekräftigte datenabhängige Entscheidungen
  • Marktwahrscheinlichkeit einer Senkung im September sank auf rund 60 Prozent

Warum es zähltDie Pause verringert den Abstand zwischen dem Lockerungszyklus der EZB und jenem der US-Notenbank und bereitet eine umstrittene September-Sitzung vor.

Die Europäische Zentralbank beliess ihren Einlagensatz am Donnerstag bei 2,5 Prozent und legte damit nach einer Reihe von Senkungen, die Ende letzten Jahres begonnen hatte, eine Pause ein. Der EZB-Rat erklärte, er benötige weitere Belege zum Lohnwachstum und zur Inflation im Dienstleistungssektor, bevor er erneut handeln werde.

Die Inflation im Euroraum lag im Juli bei 2,2 Prozent – nahe am Zielwert der Bank von 2 Prozent – doch die Dienstleistungspreise erwiesen sich als hartnäckig. Laut Reuters hatten sich mehrere Ratsmitglieder für eine Senkung ausgesprochen, während andere dafür plädierten, die Stabsprojektionen im September abzuwarten.

Präsidentin Christine Lagarde sagte vor Journalisten, die Bank lege sich auf keinen bestimmten Kurs fest. Entscheidungen würden weiterhin datenabhängig und von Sitzung zu Sitzung getroffen. Die Bank werde ausgehandelte Lohnabschlüsse und das Preissetzungsverhalten der Unternehmen genau beobachten.

Abstrakte Illustration einer Waage, die Symbole für Lohnwachstum gegen Inflationskurven in Erdtönen abwägt
EZB-Vertreter signalisierten, dass die Zinsentscheidung im September von künftigen Lohn- und Inflationsdaten abhängen werde.

Bloomberg zufolge lag die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Senkung im September bei rund 60 Prozent, gegenüber etwa 75 Prozent vor der Sitzung. Nach dem Entscheid stiegen die Anleiherenditen im gesamten Euroraum.

Die Pause lässt der EZB wenig Spielraum, sollte das Wachstum enttäuschen. Umfragedaten dieser Woche deuteten auf einen fragilen Industriesektor hin, besonders in Deutschland, während die Aktivität im Dienstleistungssektor stabil blieb.

Quellen